Motorradreifen ABC

Motorradreifen ABC

Alter/Aufbewahrung

Je älter ein Reifen, desto weniger Grip bietet er. Werden Reifen korrekt ge lagert, also dunkel, trocken, nicht über 25 Grad und ohne mechanischen Druck, können sie laut Bridgestone Experten bis zu sechs Jahren nach der Produktion verwendet werden. Das Reifenalter erkennt man am Produktionsdatum (siehe DOT-Nummer). Auswuchten Reifen und Felgen haben Fertigungstoleranzen. In der Regel ist die leichteste Stelle eines Reifens mit einem Farbpunkt markiert. Die Wuchtgewichte gleichen die Massen der Rad-/Reifenkombination an und verhindern unangenehme Vibrationen.

Bauarten: Diagonalreifen / Radialreifen

Der Diagonalreifen ist der „Klassiker“ unter den Motorradreifen. Seine Karkasslagen (siehe auch Karkasse) sind diagonal zur Drehrichtung der Räder angeordnet. Seine Vorteile liegen im einfachen Aufbau und in der Flankenstabilität, die besonders im Gelände (Durchschlagschutz) Vorteile bringt. Konstruktionsbedingt sind Diagonalreifen in der Regel (Beispiel alte V250- Kennung) bis maximal 240 km/h einsetzbar. Moderne Radialreifen weisen einen Karkasswinkel von zirka 90 Grad und einen Gürtelwinkel von 0 bis 25 Grad zur Fahrtrichtung auf. Der unter der Lauf äche liegende Gürtel sorgt für Stabilität und lässt dank wesentlich geringerer Fliehkraftverformung deutlich höhere Geschwindigkeiten zu. Aufgrund der geringeren Materialstärke  im Flankenbereich (Seitenwand) des Reifens erwärmt sich dieser weniger, die Höchstgeschwindigkeitsfestigkeit erhöht sich zusätzlich. Radialreifen vertragen maximale Geschwindigkeiten von über 300 km/h.

D.O.T – Nummer Motorradreifen

Die DOT-Nummer zeigt das Produktionsdatum jedes Reifens. Bei Reifen, die nach 1999 gefertigt wurden, stehen vier Ziffern nach der DOT. Die ersten beiden zeigen die Produktionswoche an, die letzten beiden das Herstellungsjahr. “DOT 4114” bedeutet also die 41. Kalenderwoche des Jahres 2014.

Die DOT-Nummer (Department of Transportation) zeigt das Produktionsdatum jedes Reifens. Bei Reifen, die nach 1999 gefertigt wurden, stehen vier Ziffern nach der DOT. Die ersten beiden zeigen die Produktionswoche an, die letzten beiden das Herstellungsjahr. DOT 1514 bedeutet also die 15. Kalenderwoche des Jahres 2014.

Motorradreifen DOT Nummer

Dual-Compound

Ein Dual-Compound-Reifen besitzt mehrere Gummimischungen auf der Lauf äche. Der mittlere Mischungsstreifen ist widerstandsfähig, um eine lange Lau eistung zu ermöglichen, die Gummistreifen an der seitlichen Reifenschulter sind weicher, um viel Haftung in Schräglage zu erzeugen. Zur Zeit sind drei Laufstreifen (außen/Mitte/ außen) gängiger Stand der Technik.

Einfahren/Warmfahren

Ein neuer Reifen weist wegen seines Herstellungsprozesses eine glatte Ober äche auf. Diese muss durch das Einfahren in gemäßigtem Tempo angeraut werden. Hersteller geben eine Einfahrzeit von bis zu 200 Kilometern an. Vor allem in Schräglage sollten neue Pellen nicht sofort maximal belastet werden. Dies gilt auch beim Warmfahren eines montierten, bereits angefahrenen Reifens. Übertreiben Sie es die ersten paar Kilometer nicht.

Freigaben/Unbedenklichkeitsbescheinigung

Welcher Reifen darf auf welchem Motorrad gefahren werden? Ist in der Zulassungsbescheinigung I (Kfz- Schein) unter der Ziffer 22 kein Eintrag zu  nden, darf jeder Reifen mit den in den Feldern 15.1 und 15.2 de nierten Größen aufgezogen werden. PS empehlt dennoch nur Reifen zu montieren, die eine Reifenfreigabe oder Unbedenklichkeitsbescheinigung des Herstellers besitzen. Diese  nden sich auf den Homepages der Reifenhersteller.

Gummimischungen

Die Gummimischung ist neben der Reifenaufstands äche für die Haftung verantwortlich. Viele Hersteller bieten mittlerweile Reifen mit verschiedenen Mischungen innerhalb der Lauf äche an (siehe Dual-Compound). Bei Renn reifen werden ebenfalls unterschiedliche Mischungen für verschiedene Temperaturen und Motorrad Typen eingesetzt. Welche Mischung (weich/mittel/hart) zu welchen Bedingungen (kühl/warm/ heiß) und zu welchem Rennmotorrad passt, sollte beim jeweiligen Renn
dienst der Hersteller erfragt werden.

Motorradreifenkennung

Sie be ndet sich auf der Seitenwand (siehe Bild links oben) und besteht aus der Reifenbreite in Millimetern (180), dem Querschnittverhältnis von Höhe zu Breite in Prozent (55), der Bauweise ZR (radial), dem Felgendurchmesser in Zoll (17), der Nutzungsbezeichnung M/C (Motorrad), dem Tragfähigkeitsindex (73), dem Geschwindigkeitsindex (W) und der Schlauchlos-Angabe (TL).

Ventilkappe

Ein Muss auf jedem Ventil, da sie das Ventil zusätzlich abdichtet und vor Beschädigungen durch Dreck schützt.

Tragfähigkeitsindex

z.B. 160/60R-17 (69W). Lastindex: 325 kg or 720 lbs.

LI KG LB
21 82.5 182
22 85 187
23 87.5 193
24 90 198
25 92.5 204
26 95 209
27 97.5 215
28 100 220
29 103 227
30 106 234
31 109 240
32 112 247
33 115 254
34 118 260
35 121 267
36 125 276
37 128 282
38 132 291
39 136 300
40 140 309
41 145 320
42 150 331
43 155 342
44 160 353
45 165 364
46 170 375
47 175 386
48 180 397
49 185 408
50 190 419
LI KG LB
51 195 430
52 200 441
53 206 454
54 212 467
55 218 481
56 224 494
57 230 507
58 236 520
59 243 536
60 250 551
61 257 567
62 265 584
63 272 600
64 280 617
65 290 639
66 300 661
67 307 677
68 315 694
69 325 716
70 335 736
71 345 761
72 355 783
73 365 805
74 375 827
75 387 853
76 400 882
77 412 908
78 425 937
79 437

Motorrad –Tragfähigkeitsindex (Lastindex)

Geschwindigkeitsindex

Die maximale zulässige Geschwindigkeit eines Reifens wird in Buchstaben auf die Seitenwand geschrieben, direkt hinter dem Traglastindex, siehe oben im Bild (73W). Ein W ohne Klammern steht für maximal 270 km/h, das W in Klammern für über 270 km/h.

Motorradreifen – Geschwindigkeitsindex

Symbol Max Speed Symbol Max Speed Symbol Max Speed
J 100 kmh K 110 kmh L 120 kmh
M 130 kmh N 140 kmh P 150 kmh
Q 160 kmh R 170 kmh S 180 kmh
T 190 kmh U 200 kmh H 210 kmh
V 240 kmh W 270 kmh Y 300 kmh

 

 

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