Motorradreifen-Typen

Grob können Motorradreifen in drei Gruppen unterteilt werden: Diagonalreifen, Diagonal-Gürtelreifen und Radialreifen. Jede Gruppe zeichnet sich durch eine eigene Bauart, Profilgestaltung und Gummimischung aus.

Diagonalreifen
Der Diagonalreifen ist der „Klassiker“ unter den Motorradreifen. Seine Karkasslagen sind diagonal zur Drehrichtung der Räder angeordnet. Seine Vorteile liegen im einfachen Aufbau und in der Flankenstabilität, die besonders im Gelände Vorteile bringt. Konstruktionsbedingt sind Diagonal­reifen in der Regel bis maximal 240 km/h einsetzbar. Diagonalreifen sind die richtige Wahl für kleinere Motorräder mit geringerem Hubraum, Roller und ältere Motorrädermodelle, deren Fahrwerke den Diagonalreifen angepasst ist.

Radialreifen
Moderne Radialreifen weisen einen Karkasswinkel von zirka 90 Grad und einen Gürtelwinkel von 0 bis 25 Grad zur Fahrtrichtung auf. Der unter der Lauffläche liegende Gürtel sorgt für Stabilität und lässt dank wesentlich geringerer Fliehkraftverformung deutlich höhere Geschwindigkeiten zu. Aufgrund der geringeren Materialstärke im Flankenbereich (Seitenwand) des Reifens erwärmt sich dieser weniger, die Höchstgeschwindigkeitsfestigkeit erhöht sich zusätzlich. Radialreifen vertragen maximale Geschwindig­keiten von über 300 km/h. Die radiale Bauart beseitigte fast alle Nachteile der Diagonalreifen. Das Verhalten eines Reifens im Grenzbereich ist besser vorhersehbar.

Diagonal-Gürtelreifen
Ein Diagonal-Gürtelreifen (Bias-Belted) ist durch den Buchstaben B auf dem Reifen gekennzeichnet. Diagonal-Gürtelreifen werden so genannt, weil der Reifenquerschnitt durch einen „Gürtel“ verstärkt wird. Diese verstärkte Version des Diagonalreifens ist vor allem für schwere Motorräder geeignet. Sie sind ideal für Motorräder mit höherem Hubraum, deren Fahrwerke nicht den Radialreifen angepasst ist und erfordert stärkere Reifen.